Sign Mind Brain: Interaktion von Gehirn, Bewusstsein und Sprache? Interaktion der Sprachforscher, der Bewusstseinsforscher, der Hirnforscher?

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Der Forschungskontext

Da reden zwei Personen miteinander, und der Beobachter des Gesprächs meint zu verstehen, worüber sie sprechen, welche Absichten sie haben, was den den Gehalt ihrer wechselseitigen Äußerungen ausmacht, welche und was für Selbstverständlchkeiten sie dabei miteinander teilen. Und - setzt dabei voraus, dass er nicht nur ihr Verstehen versteht, sondern auch ihre Sprache kennt; eine Sprache, deren Übersetzung in sein begriffliches, sein wissenschafliches Vokabular keine Schwierigkeiten zu bereiten scheint.

Aber was passiert, wenn dieser, sagen wir: sprachwissenschaftliche Beobachter in derselben Situation von weiteren Beobachtern begleitet wird, von einem Bewusstseinsforscher und einem Hirnforscher? Wenn die beiden weiteren die Beobachtungen des Linguisten mit psychologischen und mit neurologischen Beobachtungen konterkarrieren? Zu was wird das dann führen? Verständigt man sich auf einen gewissen Pluralismus der Beschreibungen und der Begriffssysteme? Oder versucht einer der drei die beiden anderen auf seine Sicht der Dinge festzulegen? Der Neurowissenschaftler könnte ja darauf bestehen, dass sich das, was wirklich der Fall sei, im Gehirn der Person abspiele. (Womit er gewissermaßen im Trend der Popularisierung des naiven Neurodeterminismus läge.) Der Psycholinguist könnte geltend machen, dass ohne ein, mag sein: computeranaloges Verständnis von Bewusstseinsprozessen alle diese Neurologismen bedeutungslos seien. (Damit wäre er wenig weit von denen entfernt, die die Domäne der sprachdiagnostischen Forschung zu beherrschen in Anspruch nehmen.) Und der Linguist? Er könnte vielleicht darauf hinweisen wollen, dass wir kaum eine andere Chance haben, das was in den Köpfen der Leute vor sich geht, anders als aus ihren Äußerungen und Handlungen zu erschließen. (Er wäre dann wohl eher ein Sympathisant des sprachanalytischen Pragmatismus.)

Das Problem

(Nicht nur) Philosophen, Experten der Analyse und der Kritik der Begriffswelten der Forschung, sie könnten (und würden) in dieser Situation auf drei elementare Probleme hinweisen wollen:

1. Wie hat man sich vernünftigerweise die Interaktion von Gehirn, Bewusstsein und Sprache vorzustellen? Was taugen jene Theorien der Emergenz des (reflexvien) Bewusstseins, die auf Neurodeterminismus setzen? Was jene Theorien, die auf die symbolische Existenz des menschlichen Geistes setzen?

2. Wie denn die Interaktion derer, die darüber forschen? Also der Neurologen, der Psychologen, der Linguisten? Wenn die Sprachen, die Begriffswelten der drei Wissenschaften so verschieden sind. In welcher wissenschaftlichen Sprache, mit welchem begrifflichen Vokabular können Neurologen, Psychologen und Linguisten die Interaktion neuronaler, psychischer und medialer Prozesse und Strukturen transdiszplinär angemessen beobachten, beschreiben und begreifen? Wie ließen sich die offensichtlichen Diskrepanzen des Verständnisses menschlicher Fähigkeiten überbrücken? Welche Kompetenzen haben Wissenschaftler (zu haben), denen die Kunst der Übersetzung zwischen den Begriffssprachen gelingt?

3. Wie hat man sich eine Empirie der Sign-Mind-Brain-Forschung vorzustellen, die als der Versuch ernst genommen werden kann, die sprachlichen, symbolischen, kulturellen und (!) technologischen Implikationnen und Konseqenzen der experimentellen Praxis methodisch zu berücksichtigen? Eine Empirie zum Beispiel, die die hochtechnisierten bildgebenden Verfahren auch bildtheoretisch reflektiert? Die mit dem Anspruch interdisziplinärer Kooperation bei der Entwicklung, Erprobung, Durchführung, Auswertung und Kritik diagnostischer Verfahren entschieden mehr ernst macht?

Interaktion als Schlüsselbegriff in zweifacher Hinsicht? Psychotherapien setzen bekanntlich darauf, dass bestimmte Praktiken der sprachlichen Kommunikation zur wünschenswerten Veränderungen des Selbstverständnisses der Person führen. Die Neurologie würde darauf bestehen, dass das genau dann der Fall ist, wenn sich entsprechende Veränderungen im Gehirn nachweisen lassen. Entsprechende Veränderungen? Verursachen sprachliche Umgangsformen Bewusstseinsprozesse, denen neuronale Prozesse entsprechen? Mit was für wenn-dann-Erklärungen haben wir es hier zu tun? Sind gewisse Korrelationen kausal oder korrelational zu interpretieren? (Oder beides?) Die vielzitierte Entdeckung der Spiegelneuronen scheint dafür zu sprechen, dass die Fähigkeit der Empathie das Vorhandensein bestimmter neuronaler Substrate voraussetzt. Die Fähigkeit des verständigen Lesens von Texten scheint bestimmte neuronalel Spuren zu hinterlassen. Klar doch, wird der Literaturforscher sagenm Geschichten fördern ja unsere Fähigkeit, aufeinander folgende Ereignisse als Handlungszusammenhänge zu begreifen, Perspektiven ihrer Darstellung zu unterscheiden und mehr noch. Aber klar, wird die Neurologin dagegen halten, was da wirklich passiere, wenn Menschen die Fähgkeit abhanden komme, sich in andere hineinzuversetzen, das sei nur experimentell nachzuweisen, mit den Forschungstechnologien der Neurowissenschaften eben.

Stop, würde der Philosoph wahrscheinlich rufen, wie solle man denn das verstehen? Erstens müsse man die konkrete, alltägliche neurologische Forschungspraxis und Forschungsmethodik sehr viel genauer ansehen, beispielsweise, nein, vor allem ihre Technologien der Anwendung bildgebender Verfahren. Zweitens habe ihre Forschungskonzepte, besonders ihre theoretischen Voraussetzungen zu vergegenwärtigen; nicht zuletzt ihr Verständnis der Natur der Person, ihres Bewusstseins und ihres Gehirns - und ihrer Erklärung. Ist Neurodeterminismus die richtige Philosphie; ist etwa Willensfreiheit nur eine von der Hirnforschung entlarvte Fiktion humanistischer Träumer, oder stimmt der Begriff davon nicht, den sich Hirnforscher davon machen? Welche Idee der Empirie setzen ihre Forschungsnethoden vorau; wieweit trägt da der vielfach beobachtbare Reduktionismus?

Vorläufiger Hinweis: Stand 2005

Schlüsselproblem: Interaktion 1: Andy Clarks Mangrovenwald-Analogie, ein prägnates Bild; kultur-, medien-,kunst-, literalität-, ,literatur- und sprachtheoretisch allerding sunterenttwickelt; und das konzeptionell, methodisch wie empirisch:

Sprachtheorien der Hirnforscher; exemplarisch: Clark: Mindware Anders Schwemmer: Symbolsysteme

Schlüsselproblem: Interaktion 2: Neurologisch, Psychologisch, Semiologisch: drei wissenschaftliche Begriffswelten? Die Illusion des Repräsentationalismus; ... des Metamentalesischen

Beobachtungen: Konstrukte der Kognitons- und der Neurowissenschaen bei der Erforschung von Literacy, von Sprachkompetenz, bei der Sprachdiagnostik, ...

Brain-Mind-Sign: Positionen (Zu skizzieren)

Literatur

siehe auch Ltteratur Schwerpunkt Sprachdiagnostik

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Work in Progress: Aktualisierung der Links und der Contents ab Februar 2016.